baby

Ihr Baby

Das Durchschnittsbaby wiegt rund 3400 g bei der Geburt, Ihr Baby könnte natürlich auch sehr zierlich sein und nur ca. 2700 g wiegen oder sich zu einem Mordsbaby von 4500 g entwickelt haben! Mit seinen rund 50 cm von Kopf bis Fuss scheint es unglaublich, dass Sie dieses Baby solange in Ihrem Bauch getragen haben.

Ihr Baby hat eine dicke Fettschicht unter der Haut angelegt, was zu seinem rundlichen Aussehen beiträgt und ihm die notwendigen Energiereserven für die ersten paar Tage nach der Geburt verschafft.

Inzwischen ist der gesamte Organismus Ihres Baby gut entwickelt und für das Abenteuer der Geburt bereit. Seine Lungen produzieren noch immer grosse Mengen Surfactant-Faktor, der die Lungenbläschen offen hält. Da das Wichtigste getan ist, reift Ihr Baby einfach ein bisschen weiter heran, seine Haare und seine Nägel werden länger und es legt pro Woche rund 250 g Fettreserven an.

Ihr Fortschritt

O.k., jetzt wird's immer zäher. Möglicherweise schmerzt Ihr Unterkörper, vor allem wenn Sie stehen oder husten. Dies kann dadurch verursacht sein, dass Ihre Muskeln und Bänder sich unter dem Gewicht des Babys und der Gebärmutter dehnen. Wenn dies der Fall ist, machen Sie Ihre Beckenbodenübungen so oft Sie können und ziehen Sie Ihre Beckenbodenmuskeln fest ein, wenn Sie aufstehen oder sich hinsetzen.

Wenn der Kopf Ihres Babys noch tiefer tritt, können Sie Schmerzen verspüren, die zwischen Ihren Pobacken zu entstehen scheinen, oder es treten plötzliche stechende Schmerzen entlang Ihren Beinen auf, wenn der Körper Ihres Babys einen Nerv zusammendrückt. Nach einer Tastuntersuchung wird Ihr Arzt oder Ihre Hebamme Ihnen vielleicht sagen, dass Ihr Gebärmutterhals begonnen hat, dünner zu werden und sich zu weiten.

Sie bemerken vielleicht eine leichte Blutung, wenn Sie auf die Toilette gehen. Dies ist der Schleimpfropf, der Ihren Muttermund verschloss, um das Baby vor Infektionen zu schützen. Seine Textur ist geleeartig und faserig und er kann weiss, gelblich oder leicht bräunlich mit Spuren von Blut sein. Wenn dies passiert, informieren Sie Ihre Hebamme beim Ihrem nächsten Termin.

Daran sollten Sie denken

Wenn es ernst wird

Echte Wehen sind ganz anders als Braxton-Hicks-Kontraktionen oder Vorwehen. Sie kommen nicht zufällig sondern folgen einem Muster. Sie werden im Laufe der Zeit länger und stärker und treten in immer kürzeren Abständen auf. .

Selbst wenn Sie sich sicher sind, dass es sich um echte Wehen handelt, brauchen Sie nicht sofort ins Spital zu eilen. Neuere Studien scheinen darauf hinzudeuten, dass Frauen, die stationär aufgenommen werden, bevor die Wehentätigkeit so richtig eingesetzt hat, häufiger Interventionen und ein potenziell grösseres Kaiserschnittrisiko haben. Überlegen Sie daher, ob Sie nicht doch besser noch ein Weilchen zu Hause bleiben.

Ausserdem besteht keine Notwendigkeit, damit zu beginnen, alle Atem- und Bewegungsstrategien auszuprobieren, die Sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben. Jetzt noch nicht. Das würde Sie nur erschöpfen und Sie haben wahrscheinlich noch 10-12 Stunden vor sich. Versuchen Sie, so viel wie möglich zu schlafen, nehmen Sie beruhigende Bäder, trinken Sie genügend und essen Sie – wenn Ihnen nicht übel ist – Proteine (denken Sie an Eier, Fleisch, Fisch oder Tofu) und gute Kohlenhydrate (Gemüse, Vollkornbrot).

Die allgemeine Regel lautet: Warten Sie, bis Ihre Kontraktionen jeweils ungefähr eine Minute dauern und im Abstand von ca. fünf Minuten auftreten, bevor Sie Ihre Hebamme oder das Geburtsspital anrufen. Aber die meisten Wehen treten gar nicht so nach der Uhr auf – Sie werden sich an Mittelwerte halten müssen.

Alles über Wehen

Sie werden bestimmt merken, wenn es mit den Wehen ernst wird. Die echten sind schmerzhaft, werden nach und nach heftiger und folgen näher aufeinander. Sie brauchen keine Angst zu haben, dass Sie plötzlich einen kleinen Druck verspüren und dann auf der Toilette oder dem Rücksitz eines Autos gebären werden. Sie werden jede Menge Hinweise bekommen, dass es an der Zeit ist, ins Spital zu fahren.

Während die Wehentätigkeit fortschreitet, werden Ihre Kontraktionen weiterhin stärker und intensiver mit immer kürzeren Unterbrechungen zwischen den einzelnen Wehen, bis sie 1-1,5 Minuten dauern mit Pausen von 15-30 Sekunden zwischen den einzelnen Kontraktionen. Jede Wehe wird allmählich beginnen und sich bis zu einem Höhepunkt aufbauen, an dem sie am schmerzhaftesten ist, bevor sie abebbt und Ihnen eine kurze Ruhepause gönnt.

Ihr Muttermund weitet sich

Während der Wehentätigkeit ziehen die Muskelfasern Ihrer Gebärmutter sich nach oben, wobei sie von den wellenförmig auftretenden Kontraktionen – bis zu 300 bei Erstgebärenden und bis zu 200 bei Mehrgebärenden – unterstützt werden. Die Kontraktionen werden zunehmend koordinierter und stärker. Ihr Muttermund wird sich im Laufe von Stunden der Wehentätigkeit langsam öffnen und schliesslich "vollständig eröffnet" sein, was bedeutet, dass er einen Durchmesser von rund 10 cm erreicht hat. Das dauert für gewöhnlich 10-12 Stunden bei einer Erstgebärenden und 4-5 Stunden bei nachfolgenden Geburten.

Übergang

Das ist die kürzeste, aber intensivste Phase der Geburtsarbeit; aber zum Glück dauert sie nicht lange. Ihre Wehen werden jetzt stark und schnell kommen. In diesem Stadium kann Ihnen übel sein, Sie zittern und haben sich nicht ganz unter Kontrolle, so als ob Sie keine weitere Wehe mehr aushalten könnten. Zurückhaltung wird das Letzte sein, was Ihnen in den Sinn kommen wird. Wenn Sie sich je eine Schmerzlinderung wünschen sollten, dann ist jetzt der Moment gekommen, in dem Sie möglicherweise – und laut – danach verlangen werden!

Die Pressphase

Wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist, beginnt die zweite Phase der Wehen, das heisst, Sie beginnen mit der Austreibung Ihres Babys. Diese Phase ist kürzer als die erste und dauert nur 20 bis 60 Minuten. Sofern Sie keine Periduralanästhesie erhalten haben, werden Sie in dieser so genannten Austreibungsphase einen sehr starken Drang verspüren zu pressen – man wird sie kaum davon abhalten können!

In dieser Phase fühlen Sie den Druck des Köpfchens Ihres Babys zwischen Ihren Beinen. Mit jeder Wehe pressen Sie so lange wie Sie möchten oder, wenn Sie eine Periduralanästhesie erhalten haben, hören Sie auf Ihre Hebamme, die Ihnen sagen wird, wann Sie pressen sollen. Mit jedem Pressen wird sich Ihr Baby ein Stückchen weiter durch Ihr Becken bewegen. Wenn der Kopf Ihres Babys die Scheidenöffnung weitet, werden Sie wahrscheinlich ein heisses, brennendes Gefühl verspüren und Ihre Hebamme wird Ihnen sagen, dass der Scheitel Ihres Babys sichtbar ist. Wenn der Kopf Ihres Babys beginnt geboren zu werden, wird die Hebamme Sie wahrscheinlich bitten, mit dem Pressen aufzuhören und sanft zu hecheln. Das sorgt dafür, dass Ihr Baby sanft und langsam geboren wird.

Nachgeburtsperiode

Auch wenn die meisten Leute glauben, die Entbindung sei mit der Geburt des Babys zu Ende, folgt noch eine weitere Phase. Nach der Geburt Ihres Babys löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand, an der sie neuneinhalb Monate lang haftete. Mit ein paar starken Kontraktionen Ihrer Gebärmutter wird die Plazenta rasch und problemlos von der Gebärmutterwand abgelöst und ausgetrieben.


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